Daten teilen oder sammeln: Hier können Sie sich beteiligen

Engagierte Bürger*innen können zu einer besseren Datenlage und damit zu besseren wissenschaftlichen Ergebnissen im Umwelt- und Naturschutz beitragen: Sie haben Daten, physische Objekte wie Pflanzenteile oder Publikationen, die Sie für die Allgemeinheit bereitstellen möchten? Dann lohnt es sich, etablierte öffentliche Sammlungen und Repositorien für die Bereitstellung Ihrer digitalen Daten und physischen Objekte zu nutzen. Eine Übersicht über Repositorien bietet u.a. das Portal re3data.

Wenn Sie selber aktiv werden wollen, um Daten für Wissenschaft und Forschung zu sammeln, können Sie sich an Forschungsprojekten beteiligen. In den letzten Jahren werden verstärkt Projekte für Bürger*innen (Citizen Science) initiiert, bei denen alle Interessierten mitforschen können. So gibt etwa die Online-Plattform mitforschen.org eine Übersicht aktueller Citizen Science-Projekte. Auch Umweltämter von Bundesländern möchten die Öffentlichkeit beim Sammeln von Umweltdaten einbinden, in Schleswig-Holstein können Sie etwa invasive Arten melden.

Selbst Daten sammeln oder bereits gesammelte Daten zur Verfügung stellen: Wir haben Repositorien, Sammlungen und Mitmachportale mit Umwelt- und Naturschutzbezug ausgewählt und helfen Ihnen mit drei Fragen die Auswahl geeigneter Datenportale entsprechend ihrer Anforderungen einzugrenzen. So unterstützen wir Sie, den richtigen Ort für Ihre Mitarbeit, Daten oder Publikationen zu finden.

TODO: Entscheidungshilfe

Wie kann ich helfen Daten zu erheben oder zu teilen?

Für die Auswahl eines passenden Repositoriums, Sammlung oder Mitmachportals können folgende Aspekte bedeutend sein:

Daten teilen: Was sind Repositorien?

Repositorien kann man sich als virtuelle Sammlungen oder Bibliotheken von digitalen Objekten vorstellen, zum Beispiel von Daten, Texten oder Bildern. Jeder Datensatz in einem Repositorium ist mit beschreibenden Informationen versehen. Diese Informationen heißen Metadaten und können mithilfe standardisierter Strukturen und Kriterien einheitlich dargestellt werden. Werden physische Objekte, wie etwa Pflanzenteile oder präparierte Insekten, systematisch in Archiven als Sammlungen aufbewahrt, werden auch diese mit beschreibenden Informationen versehen.

Daten sammeln: Online-Plattformen und Mitmachprojekte

Neben klassischen Repositorien gibt es auch Mitmach-Plattformen wie zum Beispiel iNaturalist, observation.org, Naturgucker oder das Vogelbeobachtungsportal ornitho.de. Sie richten sich an alle Interessierten. Oft gibt es auch Apps, in die Beobachtungen von Arten direkt eingetragen und mit der Community geteilt werden können. Die gesammelten Daten dieser Plattformen werden oft in größere Datenportale und Repositorien eingespeist und sind dort auffindbar und nachnutzbar. Zeitlich begrenzte Aktionen finden zusätzlich im Rahmen von Citizen Science-Projekten statt und werden oft über zielgerichtete Mitmachportale und/oder Apps angeboten.

Wohin mit physischen Objekten?

Neben digitalen Daten gibt es auch physische Sammlungsstücke. Viele natur- und geowissenschaftliche Sammlungen, Forschungsarchive und Museen nehmen solche Objekte auf und sorgen dafür, dass sie auch digital beschrieben und auffindbar werden. Da jede Einrichtung eigene Annahmekriterien und Schwerpunkte hat, empfiehlt sich eine vorherige Kontaktaufnahme. Die Gesellschaft für Biologische Daten e.V. (GFBio) bietet mit der GFBio Data Submission einen zentralen Service, der über die reine Dateneinreichung hinausgeht und auch die Vermittlung physischer Sammlungsobjekte an geeignete Sammlungen, Archive oder Datenzentren unterstützt.

Was ist re3data?

Eine Übersicht von Repositorien mit Forschungsdaten bietet re3data. Re3data wird von dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Bibliothek der amerikanischen Purdue-Universität verwaltet und betrieben, gemeinsam mit weiteren Partnern auf der ganzen Welt. Öffentlich verfügbar ist re3data seit dem Jahr 2012.

Das Portal bündelt Daten aus allen Wissenschaftsdisziplinen aus der ganzen Welt, die mithilfe von Repositorien öffentlich zugänglich gemacht werden. Anhand der beschriebenen Eigenschaften der einzelnen Repositorien lässt sich einschätzen, in welchem Maß sie die FAIR-Prinzipien unterstützen. Als FAIR-Prinzipien werden verschiedene Kriterien im Datenmanagement bezeichnet. Die vier Buchstaben stehen für „Findable“ (auffindbar), „Accessible“ (zugänglich), „Interoperable“ (interoperabel) und „Reusable“ (wiederverwendbar). Sie helfen, den Nutzen von digitalen Objekten aus einem Repositorium für die eigene Verwendung einzuschätzen.

Nachnutzung durch Metadaten

Wenn Sie Ihre Daten veröffentlichen, helfen strukturierte Informationen nach festgelegten Standards zur umfassenden Beschreibung. Denn dann sind die Daten oder Publikationen für andere nicht nur öffentlich verfügbar, sondern auch leichter auffindbar, vergleichbar sowie nachnutzbar. Mithilfe dieser so genannten Metadaten finden Nutzende schneller den gewünschten Datensatz (Auffindbarkeit). Diese Auffindbarkeit verbessert sich zum Beispiel auch durch passende Schlagwörter an den Datensätzen. Dieses Prinzip kommt etwa auch in Bibliotheken zum Einsatz. Durch Beschreibung der Veröffentlichungen (sprich Metadaten) können Nutzende die Werke finden, die sie suchen.

Zusätzlich verbessern Metadaten die Informationslage über Datenquellen. So können etwa bei eingeschränktem Zugang (Registrierungsschranken, Lizenzeinschränkungen, keine öffentliche Verfügbarkeit) Nutzende besser abschätzen, ob es sich für sie lohnt, die Primärquelle zu beschaffen (Zugänglichkeit). Daten und Metadaten sind dabei so gestaltet, dass verschiedene Systeme und technische Werkzeuge diese verstehen und in verschiedenen Kontexten auswerten können (Interoperabilität). Durch gute Dokumentation, klare Herkunftsangaben und eindeutige Nutzungsrechte können Objekte auch in Zukunft verstanden und genutzt werden (Wiederverwendbarkeit).

Anhand der Metadaten indexieren umwelt.info und vergleichbare Suchmaschinen die Inhalte von Repositorien und Sammlungen physischer Objekte. Daten und Publikationen können so über mehrere Datenportale hinweg gefunden werden. Hier finden Sie alle derzeit in umwelt.info angebundenen Repositorien und Sammlungen für physische Objekte.

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Monitoringzentrum zur Biodiversität entstanden.

Revisionstabelle

StandWas wurde geändert?Version
17.04.2026Artikel wurde veröffentlicht1.0
03.08.2026Mitmachportale hinzugefügt1.1
05.08.2026Titel geändert, Entscheidungshilfe angepasst1.2